Warum Datensicherung?
Schutz vor Datenverlust
Erfüllung der gesetzlichen Grundlage zur Datensicherung gemäß §238 (2) HGB und §257 Absatz 1 bis 3 HGB
Voraussetzungen
Rechte und Werkzeuge
Administrativer Zugang zum Microsoft SQL Server
Uneingeschränkter Zugriff auf das FibuNet-Datenverzeichnis
Datensicherungssoftware
Microsoft SQL Server Management Studio
SQL Server-Agent (Dienst muss gestartet sein)
Erforderliche Kenntnisse
Sicherer Umgang mit dem Microsoft SQL Server Management Studio
Sicherer Umgang mit der eigenen Datensicherungssoftware
Datenstruktur im Dateisystem
Ausgehend vom FibuNet-Datenverzeichnis (z. B. D:\FibuNetData) existieren folgende Verzeichnisse:
Verzeichnis / Datei | Erläuterung |
ClientData | Arbeitsverzeichnis aller FibuNet-Clients mit Protokollen und Konfigurationsdateien |
ClientSetup | Aktuelles FibuNet Client Setup des installierten Releases |
data | Mandantenverzeichnisse (z. B. 00956 für Mandant 956) |
Import | Globales Importverzeichnis mit Unterverzeichnissen pro Mandant |
Log | Server-, Migrations- und Datenbankupdateprotokolle |
System | FibuNet-Lizenz, SQL-Verbindungsinformationen, SSL-Zertifikate |
Template | Verbindungsinformationen, Standard-BWA etc. |
FibuNet.Ini | Globale FibuNet-Konfigurationsdatei |
Datenstruktur in der Datenbank
FibuNet unterscheidet zwischen mandantenübergreifenden und mandantenspezifischen Daten:
Mandantenübergreifend: Standardmäßig in der Datenbank FibuNet
Mandantenspezifisch: Pro Mandant und Wirtschaftsjahr in einer eigenen Datenbank mit dem Namensformat FN_<MdNr 5-stellig>_<WiJahr 4-stellig>
Beispiel: Mandant 956, Wirtschaftsjahr 2012 ergibt die Datenbank FN_00956_2012.
Sicherung durchführen
Ab FibuNet Version 5 werden die Daten primär in Microsoft SQL Server Datenbanken gespeichert. Ein geringer Teil verbleibt im Dateisystem. Für eine vollständige Wiederherstellung müssen Sie sowohl Datenbanken als auch Dateien regelmäßig sichern.
Wichtig: FibuNet übernimmt keine Verantwortung für die Datensicherung.
Sicherung des FibuNet-Datenverzeichnisses
Verwenden Sie eine professionelle Datensicherungssoftware (z. B. Symantec BackupExec oder die integrierte Windows-Sicherung).
In virtuellen Umgebungen können Sie mit Snapshots arbeiten.
Verwenden Sie beim Online-Backup eine Open-File-Option, damit durch den FibuNet Server geöffnete Dateien konsistent gesichert werden.
Ohne Open-File-Option empfehlen wir ein Offline-Backup: Beenden Sie den FibuNet Server Dienst vor der Sicherung.
Sichern Sie das gesamte FibuNet-Datenverzeichnis mindestens einmal täglich.
Speichern Sie die Sicherung auf einem externen Datenträger außerhalb des FibuNet Servers.
Sicherung der FibuNet-Datenbanken
Verwenden Sie die SQL Server integrierte Backup-Funktion mit einem Wartungsplan. Beachten Sie:
Jede Datenbank besteht aus der Datenbankdatei (*.mdf) und der Transaktionsprotokolldatei (*.ldf).
Sichern Sie sowohl die Datenbank als auch das Transaktionsprotokoll regelmäßig.
Für die Wiederherstellung benötigen Sie die letzte vollständige Datenbanksicherung und alle danach erstellten Transaktionsprotokollsicherungen.
Das Transaktionsprotokoll wird erst beim Sichern geleert. Ohne regelmäßige Sicherung wächst es unbegrenzt.
SQL Server kann bei Sicherungen nur auf lokale Laufwerke zugreifen. Speichern Sie die Sicherung zusätzlich extern.
Wartungsplan erstellen (Beispiel)
Im folgenden Beispiel wird ein Wartungsplan erstellt, der täglich eine vollständige Datenbanksicherung durchführt und stündlich das Transaktionsprotokoll sichert. Die Backups werden 4 Wochen aufbewahrt.
Vollständige Datenbanksicherung einrichten
Starten Sie das SQL Server Management Studio und wählen Sie unter Verwaltung > Wartungspläne > Neuer Wartungsplan.
Geben Sie dem Wartungsplan einen Namen und bestätigen Sie mit OK.
Öffnen Sie den automatisch erstellten Unterplan per Doppelklick und benennen Sie ihn (z. B. Datenbanken sichern).
Klicken Sie auf das Kalender-Symbol und stellen Sie den Zeitplan auf täglich um 22:00 Uhr.
Öffnen Sie über Ansicht > Toolbox die verfügbaren Tasks.
Ziehen Sie den Task Datenbank sichern per Drag-and-Drop in den Unterplan.
Klicken Sie mit der rechten Maustaste auf den Task und wählen Sie Bearbeiten.
Wählen Sie unter Datenbanken die Option Alle Benutzerdatenbanken.
Aktivieren Sie Für jede Datenbank eine Sicherungsdatei erstellen und Unterverzeichnis für jede Datenbank erstellen.
Tragen Sie als Sicherungsdateierweiterung bak ein.
Aktivieren Sie Sicherung komprimieren.
Speichern Sie mit OK.
Transaktionsprotokollsicherung einrichten
Klicken Sie auf Unterplan hinzufügen und geben Sie einen Namen an (z. B. Transaktionsprotokolle sichern).
Klicken Sie auf das Kalendersymbol und wählen Sie: Täglich, alle 1 Stunde, Start 23:00, Ende 21:00.
Ziehen Sie den Task Datenbank sichern in den neuen Unterplan.
Wählen Sie als Sicherungstyp Transaktionsprotokoll.
Wählen Sie als Datenbanken Alle Benutzerdatenbanken.
Aktivieren Sie Für jede Datenbank eine Sicherungsdatei erstellen und Unterverzeichnis für jede Datenbank erstellen.
Tragen Sie als Sicherungsdateierweiterung trn ein.
Aktivieren Sie Sicherung komprimieren und speichern Sie mit OK.
Alte Backups automatisch löschen
Klicken Sie auf Unterplan hinzufügen und definieren Sie den Zeitplan auf täglich um 21:30 Uhr.
Ziehen Sie den Task Wartungscleanup in den Unterplan und benennen Sie ihn BAK-Dateien löschen.
Wählen Sie als Ordner das Backup-Verzeichnis, tragen Sie die Dateierweiterung bak ein und aktivieren Sie Unterordner auf oberster Ebene einschließen.
Setzen Sie die Option Dateien anhand ihres Alters löschen auf 4 Wochen.
Fügen Sie einen zweiten Task Wartungscleanup hinzu und benennen Sie ihn TRN-Dateien löschen (gleiche Einstellungen, aber Dateierweiterung trn).
Verbinden Sie die beiden Tasks in eine Ablauffolge: Klicken Sie auf den grünen Pfeil des ersten Tasks und ziehen Sie ihn auf den zweiten. Wählen Sie per Rechtsklick auf den Pfeil die Option Beenden.
Schließen Sie den Wartungsplan und bestätigen Sie das Speichern.
Wichtig: Speichern Sie die erstellten Sicherungen immer auf einem externen Datenträger außerhalb des Datenbankservers.
Praxistipps: Transaktionsprotokolle
FULL Recovery Modus (Vollständig)
Das Transaktionsprotokoll wächst unbegrenzt. Sie müssen sich um das Management der Protokollgröße kümmern.
Vorteil: Sie können den Zustand der Datenbank zu jedem beliebigen Zeitpunkt wiederherstellen.
Nachteil: Ohne regelmäßige Sicherung des Transaktionsprotokolls kann die Festplatte volllaufen, was zum Betriebsausfall führt.
Empfehlung: Sichern Sie nach jedem Datenbank-Backup auch das Transaktionsprotokoll mit der Option Truncate.
SIMPLE Recovery Modus (Einfach)
Nur der aktive Teil des Transaktionsprotokolls wird geführt. Der inaktive Teil wird automatisch gelöscht.
Vorteil: Kein Management des Transaktionsprotokolls nötig. Betriebsausfall wegen Protokollgröße unwahrscheinlich.
Nachteil: Eine Wiederherstellung ist nur zum Zeitpunkt des letzten Backups möglich.
Im Normalfall reicht der SIMPLE-Modus aus, da üblicherweise nur vollständige Backups zurückgespielt werden.
Transaktionsprotokoll verkleinern
Falls ein bestehendes Logfile bereits sehr groß ist, gibt es zwei Möglichkeiten:
Backup des Transaktionsprotokolls: Nur im FULL-Modus möglich. Wählen Sie als Backup-Typ Transaction Log und aktivieren Sie Truncate the transaction log.
Detach-/Attach-Methode: Trennen Sie die Datenbank, löschen oder benennen Sie das Logfile um, und fügen Sie die Datenbank wieder hinzu. Der SQL Server erstellt dann ein neues, fast leeres Logfile. Erstellen Sie vorher unbedingt ein vollständiges Backup.
Hinweis zu RAID-Systemen
RAID-Systeme und die Spiegelung von Festplatten ersetzen keine Datensicherung. Sie schützen nur vor Hardwareausfällen, nicht vor vollständigem Datenverlust.
