Berichte und Mahnformulare pro Mandant verwalten
FibuNet Server kann individuelle Berichte und Mahnformulare global (für alle Mandanten) oder pro Mandant verwalten.
Verwaltungsmodi
Global (Standard): Alle Mandanten haben Zugriff auf dieselben individuellen Berichte und Mahnformulare.
Pro Mandant: Jeder Mandant hat eigene individuelle Berichte und Mahnformulare.
Konfiguration
In der Datei FibuNet.INI im Abschnitt [FNSERVER] setzen Sie den Schlüssel GlobalReport:
Wert | Erläuterung |
1 (Vorgabe) | Globale individuelle Berichte und Mahnformulare |
0 | Individuelle Berichte und Mahnformulare pro Mandant |
Ist der Parameter nicht gesetzt, gilt der Vorgabewert 1. Diese Änderung erfordert einen Neustart des FibuNet Server Dienstes.
COM-Schnittstelle
Die FibuNet COM-Schnittstelle (FNCOMSRV.DLL) ermöglicht den Zugriff auf den FibuNet Server aus externen Programmen wie Excel.
Die DLL wird bei der Client-Installation automatisch in Windows registriert.
Alternativ registrieren Sie die DLL über Menüpunkt 9.9.5 (COM-Schnittstelle registrieren). Hierfür benötigen Sie Windows-Administratorrechte.
Eine Beschreibung der COM-Schnittstelle mit Beispielen für Programmierer erhalten Sie auf Anfrage bei der Hotline.
DBWizard: Datenbankaktualisierung
Der DBWizard aktualisiert FibuNet-Datenbanken auf den neuesten Versionsstand. In der Regel erfolgt dies automatisch über die Option Automatische Datenbankaktualisierung des Server-Installationsprogramms.
Manuelle Datenbankaktualisierung
Starten Sie den DBWizard auf dem FibuNet Server.
Rufen Sie Datenbankversionen aktualisieren auf.
Markieren Sie die gewünschten Wirtschaftsjahre pro Mandant.
Klicken Sie auf Datenbanken aktualisieren.
Nicht aktualisierte Mandanten können im FNClient nicht ausgewählt werden und erzeugen eine Fehlermeldung.
REST-Schnittstelle einrichten
Überblick
Der FibuNet REST Server stellt einen Webservice bereit, über den FibuNet-Daten im JSON- und FibuNet-ASCII-Format ausgetauscht werden können. Im Gegensatz zur COM-Schnittstelle ist die REST-Schnittstelle betriebssystemunabhängig und erfordert keine DLL-Registrierung. Der Zugriff erfolgt über HTTP/HTTPS.
Voraussetzungen
Ab Release 1145 installiert das FibuNet Server Setup den FibuNet REST Server Dienst (FNRestService).
Zugriffe erfolgen mit FibuNet-Anmeldedaten. Der Benutzer benötigt entsprechende Rechte.
Jede Anmeldung (Login) verwendet eine FibuNet-Benutzerlizenz.
Konfiguration in FibuNet.ini
Nach der Erstinstallation ist der REST-Dienst nur lokal erreichbar. Die Konfiguration befindet sich im Abschnitt [FNRestServer]:
Parameter | Erläuterung |
HttpBindIP / HttpsBindIP | IPv4- und IPv6-Adressen, auf denen der REST Server verfügbar ist. Mehrere Adressen durch Komma trennen. Verwenden Sie 0.0.0.0, um den Dienst auf allen Adressen anzubieten. IPv6-Adressen in eckige Klammern setzen. |
HttpPortNr / HttpsPortNr | Port für HTTP bzw. HTTPS. Bei Port 0 wird das jeweilige Protokoll deaktiviert. |
TLSCert / TLSKey | Pfad zum eigenen TLS/SSL-Zertifikat. FibuNet liefert ein selbst erstelltes Zertifikat mit, das von Browsern als ungültig gekennzeichnet werden kann. |
TokenValid | Gültigkeitsdauer einer Anmeldung (Token) in Minuten (Standard: 25). |
Änderungen werden nach einem Neustart des FibuNet REST Dienstes aktiv. Der FibuNet Server Dienst v5 muss nicht neu gestartet werden.
Beispielkonfiguration (Standard nach Erstinstallation)
[FNRestServer]
HttpBindIP=127.0.0.1,[::1]
HttpPortNr=8181
HttpsBindIP=127.0.0.1,[::1]
HttpUrl=0
HttpsPortNr=9443
TokenValid=25
TLSCert=D:\FibuNetData\System\SSL\FNSERVER.crt
TLSKey=D:\FibuNetData\System\SSL\FNSERVER.key
Beispiele für IP-Bindung
Bestimmte Adressen via HTTPS:
HttpsBindIP=[fe80::95c2:a1f1:a8b9:1c3e],192.168.78.123
Alle Adressen via HTTPS, HTTP deaktiviert:
HttpBindIP=0
HttpsBindIP=[0:0:0:0:0:0:0:0],0.0.0.0
REST-Schnittstelle testen
Rufen Sie die URL http://<SERVERNAME>:8181/help direkt auf dem Server auf.
Klicken Sie auf den Link Dokumentation FibuNet API.
Wenn die OpenAPI-Seite (Swagger UI) erscheint, funktioniert der grundlegende Zugriff.
Hinweis zum SSL-Zertifikat: Beim Testen über HTTPS mit dem mitgelieferten selbst erstellten Zertifikat müssen Sie im Browser eine Sicherheits-Ausnahmeregel hinzufügen. Rufen Sie dazu https://localhost:9443/help auf und bestätigen Sie die Ausnahmeregel.
FibuNet Dienste
FibuNet Server Dienst konfigurieren
FibuNet Server kann als Windows-Dienst (Service) auf einem lokalen Laufwerk installiert werden.
Voraussetzungen:
Installation auf einem lokalen Laufwerk
Die Protokolldatei (Rollback) im FibuNet-Mandantenstamm muss auf ein lokales Laufwerk verweisen
Eigenschaften des Dienstes:
Der FibuNet-Dienst wird durch die Datei FNSVC.exe repräsentiert.
Bei automatischer Startart können sich Clients jederzeit anmelden, ohne dass ein Windows-Benutzer am Server angemeldet sein muss.
Meldungen werden im Windows-Ereignisprotokoll eingetragen.
Der Dienst hat keinen Zugriff auf Netzlaufwerke.
Aufbau des FibuNet-Dienstes
Der FibuNet-Dienst besteht aus zwei Teilen:
FibuNet Buchhaltungs-Dienst (Pendant zu FNServer.exe)
FibuNet Banking-Dienst (Pendant zu FNTransfer)
Der Banking-Dienst ist abhängig vom Buchhaltungs-Dienst. Wird der Buchhaltungs-Dienst beendet, stoppt auch der Banking-Dienst. Der Banking-Dienst kann jedoch unabhängig beendet werden.
Dienst mit Zugriff auf Netzwerkressourcen
Wenn FibuNet-Daten auf einem anderen Rechner liegen, können Sie in den Dienst-Eigenschaften ein Windows-Benutzerkonto hinterlegen. Beachten Sie:
Der Zugriff erfolgt ausschließlich über UNC-Namen (z. B. \\Servername\Freigabename).
Ein Zugriff über Netzlaufwerksbuchstaben (z. B. R:\) ist nicht möglich.
Das Benutzerkonto muss mindestens Hauptbenutzerrechte auf dem Applikationsrechner besitzen.
FibuNet Server-Dienst-Manager
Der Service Manager befindet sich im Infobereich (Tray-Bar) von Windows. Öffnen Sie ihn per Doppelklick oder Rechtsklick.
Schaltfläche | Erläuterung |
Starten / Weiter | Startet den Dienst |
Anhalten | Weiterarbeiten möglich, keine neuen Anmeldungen erlaubt |
Beenden | Beendet den Dienst vollständig |
Meldungen des Dienstes werden im Windows-Ereignisprotokoll und in der Datei FNSVC.LOG im FibuNet-Arbeitsverzeichnis protokolliert.
FibuNet HTTP/HTTPS Server
Der FibuNet Server stellt eine HTTP- oder HTTPS-Schnittstelle für das webbasierte Rechnungseingangsbuch FibuNet webREB bereit.
HTTP-Server aktivieren
Beenden Sie den FibuNet Server.
Öffnen Sie die Datei FIBUNET.INI im FibuNet-Hauptverzeichnis.
Fügen Sie den Abschnitt [FNserver] hinzu (falls nicht vorhanden).
Tragen Sie einen freien TCP/IP-Port ein: HttpPort=3644
Legen Sie einen Cryptokey fest: z. B. cryptokey=B3?F§B
Starten Sie den FibuNet Server.
Die Angaben zu Port und Cryptokey müssen mit den Angaben im webREB übereinstimmen.
HTTPS-Server (SSL) aktivieren
Fügen Sie zusätzlich folgende Zeilen in die FIBUNET.INI ein:
IsSSL=1
SSLCert=d:\FibuNet\HTML\SSL\fnserver.crt
SSLKey=d:\FibuNet\HTML\SSL\fnserver.key
SSL-Zertifikat erstellen
Im FibuNet-Unterverzeichnis HTML\SSL finden Sie eine Beispielumgebung (BuildUmgebung_SSLZertifikat.zip). Gehen Sie wie folgt vor:
Erstellen Sie die Verzeichnisstruktur: bin, daten\ca\db\certs, daten\ca\db\newcerts, config.
Laden Sie die 32-Bit OpenSSL-Tools für Windows von www.openssl.org herunter und kopieren Sie die Dateien libeay32.dll, ssleay32.dll und openssl.exe in das Verzeichnis bin.
Erstellen Sie die erforderlichen Hilfsdateien: eine leere daten\ca\db\index.txt, eine Datei daten\ca\db\serial mit dem Inhalt 01, und eine Datei config\ca_passwort.txt mit einem selbst gewählten Passwort.
Erstellen Sie die Certificate Authority mit der Batch-Datei (einmalig).
Passen Sie die Konfigurationsdatei für die Zertifikatsanfrage an.
Erstellen Sie das Zertifikat mit der Batch-Datei ssl_erstellen.bat, z. B.: ssl_erstellen.bat "D:\FibuNet\HTML\SSL\FNSERVER"
Falls Sie weitere Zertifikate erstellen möchten, müssen die Informationen in der Datei cert_req.cfg in der Sektion req_distinguished_name unterschiedlich sein.
FibuNet Reporting Server
Der Reporting Server ist eine zusätzliche FibuNet Server-Instanz mit lesendem Zugriff auf die FibuNet-Daten. Er entlastet den Buchhaltungs-Server bei großen Auswertungen und Berichten.
Reporting Server starten
Starten Sie die Verknüpfung FibuNet Reporting Server im Windows-Startmenü auf dem FibuNet Server.
Die Instanz kann zusammen mit dem FibuNet-Buchhaltungs-Dienst genutzt werden.
Reporting Server am Client nutzen
Starten Sie den FibuNet Client.
Geben Sie im Feld Port die Port-Nummer des Reporting Servers an (Standard: 3647).
Melden Sie sich wie gewohnt an.
Hinweise:
Sie haben eine Nur-Lesen-Verbindung. Stammdaten können eingesehen, aber nicht geändert werden.
Verarbeitungs-Menüpunkte (z. B. Menüpunkt 3.0, 3.4) sind deaktiviert.
Zugriff über das Internet
Variante 1: Direkter Client-Zugriff über VPN
Standleitung mit fester IP-Adresse erforderlich
VPN-fähige Firewall am Server-Standort
VPN-Client am externen Standort
Eigene FibuNet-Lizenz am externen Standort
Bei dieser Variante werden beim Drucken große Datenmengen übertragen. Beide Standorte benötigen einen performanten Internetzugang.
Variante 2: Terminalserver
Alle Verarbeitungen finden auf dem Terminalserver statt. Es werden nur Bildschirm-, Maus- und Tastaturdaten übertragen.
Wesentlich performanter als Variante 1.
Erfordert ein Server-Betriebssystem mit Terminalserver-Funktionalität.
Hilfedateien registrieren
Seit einem Windows-Sicherheitsupdate müssen Hilfedateien vom Typ CHM vor der Anzeige registriert werden. Die Registrierung erfolgt bei der Client-Installation. Alternativ können Sie dies über Hilfe > Hilfedateien registrieren durchführen (Windows-Administratorrechte erforderlich).
Windows-Firewall konfigurieren
Geben Sie den FibuNet-Port in der Windows-Firewall frei:
Öffnen Sie die Windows-Firewall in der Systemsteuerung.
Aktivieren Sie im Register Allgemein die Eigenschaft Aktiv (empfohlen).
Wechseln Sie zum Register Ausnahmen und klicken Sie auf Port.
Tragen Sie als Name FibuNet Server und als Portnummer 3645 ein.
Falls Sie den FibuNet SQL-Twin einsetzen, fügen Sie zusätzlich den Port 3646 (Name: FibuNet Replikator) hinzu.
Konfigurationsschalter in FIBUNET.INI
Berichte und Mahnformulare (GlobalReport)
Wert | Erläuterung |
1 (Vorgabe) | Globale individuelle Berichte und Mahnformulare |
0 | Individuelle Berichte und Mahnformulare pro Mandant |
BankBlitz Auszüge sperren (BnkEditLock)
Steuert die Anzahl zu sperrender BankBlitz-Auszüge. Vorgabewert: 25.
Beispiel: [FNServer]
BnkEditLock=25
Kontenliste im Cache (MaxKontenCache)
Steuert die Anzahl der Konten, die bei Verarbeitungen im Speicher gehalten werden (z. B. Übernahmedateien im Menüpunkt 3.4, EB-Vorträge, Kurskorrekturen).
Vorgabewert: 5000
Der Cache steigert die Verarbeitungsgeschwindigkeit, erhöht aber den RAM-Verbrauch.
Der Cache wird verworfen, wenn ein Stammsatz geschrieben wird.
Mit MaxKontenCache=0 werden keine Konten im Cache gehalten.
Beispiel: [FNServer]
MaxKontenCache=4000
Parallelbetrieb von FibuNet v4 und v5
FibuNet Server
Beenden Sie den FibuNet-Dienst.
Ändern Sie in der Registry den Port für FibuNet v4 auf 3648:
x86: HKEY_LOCAL_MACHINE\SOFTWARE\FIBUNET > PortNr
x64: HKEY_LOCAL_MACHINE\SOFTWARE\Wow6432Node\FIBUNET > PortNr
Für den Read-Only-Modus ändern Sie zusätzlich Port_ReadOnly auf 3649.
Starten Sie den FibuNet-Dienst.
FibuNet Client
Starten Sie FibuNet Client (v4) und ändern Sie den Port auf 3648.
Rufen Sie Menüpunkt 9.9.5 (COM-Dienste bei Windows registrieren) auf. Pro Rechner kann nur eine COM-Schnittstelle (v4 oder v5) registriert sein.
Programme und Datenverzeichnis für Schnittstellen und Tools
In FibuNet v5 werden Programme und Datenverzeichnisse getrennt verwaltet.
Installieren Sie Schnittstellen und Tools immer in das Programmverzeichnis auf der Arbeitsstation.
Einstellungen werden im Datenverzeichnis gespeichert (das vom Server Setup freigegebene ClientData-Verzeichnis).
Berechtigen Sie alle Windows-Benutzer mit FibuNet-Zugriff auf dem Datenverzeichnis des FibuNet Servers.
Dadurch verwenden alle Arbeitsstationen identische Einstellungen.
webIC / webREB HTTP-Connectoren
Mit der Umbenennung von webREB in webIC wurden neue HTTP-Connectoren für Stammdatenabgleich und Retrieval eingeführt. Ab FibuNet v5 werden nur noch die neuen Connectoren verwendet.
Konfiguration in FibuNet.ini
Schlüssel | Wert | Erläuterung |
webICAppName | 1 | Connectoren verwenden den Applikationsnamen webic |
webICAppName | 0 (Vorgabe) | Connectoren verwenden den Applikationsnamen webreb |
webICSection | 1 | INI-Abschnitt [webIC] wird verwendet |
webICSection | 0 (Vorgabe) | INI-Abschnitt [webREB] wird verwendet |
Beispiel FIBUNET.INI
[FNServer]
HttpPort=3644
cryptokey=123
webICAppName=1
webICSection=1
Beispiel Mandanten-INI
[webIC]
ControlConnector=http://127.0.0.1:8080/webic/ControlConnector
Url=http://127.0.0.1:8080/webic/Retrieval
